Theater Monzelfeld 2019

Theater Monzelfeld 2019

Nach einem Jahr Pause geht’s wieder auf die Bühne

Monzelfeld. Bei der Theatergruppe Monzelfeld ist am 30. November Premiere für den Brandner Kasper. Ein Stück in vier Akten.

„Die Geschicht“ vom Brandner Kasper heißt das Stück – seine Fahrt ins Paradies. Halb lustig und halb traurig klingt´s genauso wie´s im Leben ist“. So endet der Prolog des Stückes , das die Monzelfelder „Theatergruppe Abendrot“ in der neuen Saison auf die Bühne bringen wird.

Die heiße Probenphase ist in vollem Gange. Mehrmals in der Woche kommen die Darsteller zusammen, um dem Stück den letzten Schliff zu geben. Das sind harte, entbehrungsreiche Zeiten auch für die Familien, Privates muss da oft zurückstehen.

Premiere am:
Samstag, 30. November, 19.30 Uhr;

Sonntag, 1. Dezember, 17.30 Uhr; Freitag, 6. Dezember, 19.30 Uhr; Samstag, 7. Dezember, 19.30 Uhr; Sonntag, 8. Dezember; 17.30 Uhr;

jeweils in der Bürgerhalle Monzelfeld.

Karten zum Preis von 9 Euro sind erhältlich freitags von 17 bis 19 Uhr bei Adele und Karl-Heinz Kaiser in der Kirchstraße 32 in Monzelfeld, Telefon: 06531/2425.

Weitere Infos unter www.heimatverein-monzelfeld.net

Nach einem Jahr Pause heißt es wieder „Bühne frei für ein neues Spiel“. In der Monzelfelder Bürgerhalle geht es hoch her. Lautes Hämmern ist aus dem großen Saal zu hören. Fleißige Handwerker sind emsig dabei, die Bühne für die Aufführungen herzurichten. Im Nebenraum wurde seit Monaten intensiv am Textbuch gearbeitet. In den letzten Wochen vor der Premiere wird die Bühne zum Probenraum. Zehn Laiendarsteller üben das bekannte urbayerische Stück „Die Geschichte vom Brandner Kasper“ ein. Eine große Herausforderung. Das Stück wird zum größten Teil in Monzelfelder Mundart zu hören sein. Nicht weniger als 22 Probentermine sowie ein Proben-Wochenende in der Jugendherberge Manderscheid sollen der Garant für ein erfolgreiches Bühnenerlebnis sein.

In vielen Orten der Region gehört Theaterspielen zum festen Bestandteil des kulturellen dörflichen Vereinslebens. Auch im Hunsrück-Gemeinde Monzelfeld hat Theaterspielen eine lange Tradition. Die Theatergruppe ist Teil des Heimatvereins, der sich 1984 anlässlich der 1350-Jahrfeier der Hunsrück-Gemeinde gründete. Seit 1986 wird Theater gespielt. „Kermes wie fia 40 Joahr“ hieß das Stück, dass die Gruppe anlässlich der Dorfkirmes im Festzelt aufführte. Mitautor war damals Mäddy Kropp, der bis heute der Theatergruppe treu geblieben ist. Im aktuellen Stück haucht er dem Gevatter Tod Leben ein. Eine besondere Herausforderung für ihn, denn bisher habe er fast immer lustige Rollen verkörpert, betont Kropp. Auch Achim Degen, Vorsitzender des Heimatvereins, ist ein „Mann der ersten Stunde“, der bis heute gerne in unterschiedlichsten Rollen auf der Bühne agiert.

Bis auf zwei Unterbrechungen wird in Monzelfeld jährlich Theater gespielt. Neben langerprobten Darstellern stehen auch immer wieder Neulinge auf den „Brettern“ der Bühne, die für sie zwar nicht die Welt, aber doch oftmals ein Stück neue Lebenserfahrung bedeuten. Alt und Jung freuen sich, wenn sie mit ihrem Spiel für Kurzweil und Unterhaltung beim Publikum sorgen. Ob lustig oder ernst, es ist für alle stets eine große Herausforderung und Anstrengung, authentisch zu spielen. Bühnenbild, Requisiten, Kostüme, Maske und besonders die Verkörperung der einzelnen Charaktere machen den Erfolg der Darbietungen aus.

Der 2014 verstorbene Autor Peter Kropp hat 1987 mit dem Werk „Die Frauen von Monzelvilla“ ein eigenes Stück für die Theatergruppe geschrieben. Es folgten weitere aus der Feder des bekannten Autors. Bevölkert waren nicht nur die Zuschauerränge in der Bürgerhalle, sondern auch die Bühnenplattform, als kurz vor der 700-Jahr-Feier der Stadt Bernkastel-Kues „Der Kardinal“, ein Stück über Nikolaus von Kues, mit 68 Akteuren dargeboten wurde. „Das gab es in dieser Größenordnung nie wieder“, sagt Achim Degen.

THEATER MONZELFELD 2019

Im Laufe der vielen Jahre ihres Bestehens haben sich die Mitglieder große Erfolge in der Region und darüber hinaus erspielt. Mit drei Komödien wurden die Laiendarsteller Mitte der 90er Jahre sogar zu Fernsehstars, als der SWR3 die Stücke aufzeichnete und einem Millionenpublikum zeigte.

„Die Theatergruppe spielt in diesem Jahr ihr 33.Theaterstück und unser Regisseur feiert sein 25-jähriges Regie-Jubiläum“, hebt Degen hervor. Grund genug, mit der Geschichte des Brandner Kasper ein besonderes Werk aufzuführen.

Für Georg Koch, der auch vor 30 Jahren schon auf der Monzelfelder Bühne stand, ist es eine besondere Aufgabe, den Protagonisten zu verkörpern: „Ich versuche, die Persönlichkeit des Kasper herauszuarbeiten, ihm aber auch meinen ganz persönlichen Stempel aufzudrücken“. Wichtig und schön ist es für ihn, sich in Monzelfelder Mundart auszudrücken: „Vielleicht ist Theater ein gute Möglichkeit, auch bei jungen Leuten Interesse am Platt zu wecken“. Bühnenerfahrung hat auch Martin Schmitt. Seit 30 Jahren ist er beim Karneval aktiv, seit 2010 spielt er Theater: „Es ist eine aufregende Zeit, in der man viel über sich selbst und die unterschiedlichen Fähigkeiten, die in einem ruhen, erfährt“, ist sich Schmitt sicher. Im aktuellen Stück verkörpert er die gewichtige Rolle des Petrus. Der besondere Reiz beim Theaterspielen liegt für Schmitt in der Tuchfühlung mit dem Publikum.

THEATER MONZELFELD 2019

Viele tragen zum Erfolg des Theaters bei. Denn was wäre die Spieltruppe ohne Bühnenbauer, Maske oder Techniker? Seit 2012 ist Elektriker Jens Schuler für die Technik verantwortlich. „Ungewöhnliche Ideen hier einzubringen, ist immer wieder spannend“, sagt Schuler, der es liebt, mit besonderen Effekten zu überraschen.

Nicht zu vergessen die Frau unter der „Bühnen-Muschel“. Sie hat wohl den engsten und kältesten Platz inne. „Meine Aufgabe ist stets mit großer Anspannung verbunden“, sagt Souffleuse Petra Nastainczyk, die den Schauspielern über mögliche „Hänger“ hinweghilft.

Die Ausstattung der Bühne mit Bildern und Requisiten ist ein Zusammenspiel zwischen den Schauspielern, Bühnenbauern und der Regie. Authenzität, aber auch der Mut zu ungewöhnlichen Ideen machen das Gelingen des Gesamtwerks aus. Der Lohn für alle Mühen ist am Ende sicher der Beifall des Publikums.

THEATER MONZELFELD 2019

Mit Kopf und Muskelkraft sind die
Mit Kopf und Muskelkraft sind die Bühnenbauer bei der Arbeit. Foto: Marita Blahak
Die Theatergruppe 1993 mit dem Autor
Die Theatergruppe 1993 mit dem Autor und damaligem Regisseur Peter Kropp (1. Reihe rechts ) vor dem Cusanusstift in Kues. Foto: Theater Monzelfeld/Repro: Marita Blahak
Diese Szene stammt aus dem Stück
Diese Szene stammt aus dem Stück Szene aus „Oma blickt durch“, das im Jahr 2016 aufgeführt wurde. Foto: Marita Blahak

/termine-buergerhalle

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